35 Jahre HipHop in Deutschland

HIPHOP_Veranstaltung

„35 Jahre Hip Hop in Deutschland“ – Eine Lesung von Hannes Loh und Sascha Verlan aus ihrem neu aufgelegten Grundwerk mit anschließender Diskussion.

Vorwort:
„Als ich irgendwann im Spätsommer 2010 in Köln auf dem Weg nach Hause war, kam ich an der Live Music Hall vorbei. Offenbar sollte hier gleich ein Konzert stattfinden, denn es waren viele Jugendliche auf dem Weg dorthin. Sie schlurften gemütlich und harmlos über den Bürgersteig, hatten halblange fettige Haare und trugen schlufige Klamotten. Ich war überzeugt, dass sie auf dem Weg zu Tocotronic oder einer anderen Indie-Band waren. Am nächsten Tag erzählte mir ein Schüler vor dem Unterricht, dass er auf einem Rap-Konzert in der Live Music Hall war. Von Prinz Pi. Ich hatte weder mitbekommen, dass Prinz Porno ein neuen Namen hat, noch konnte ich mir vorstellen, dass es in Deutschland inzwischen Rapper gibt, die offenbar sehr erfolgreich eine Klientel ansprechen, von der ich niemals gedacht hätte, dass sie sich für Rap-Musik interessieren würde. Spätestens da dachte ich, dass ich wirklich keinen blassen Schimmer mehr habe von dem, was in Rap-Deutschland so passiert.

Warum wagen wir uns im Jahr 2015 dennoch an diese Aktualisierung? Weil so viele Protagonisten des aktuellen Gangsta-Rap das Bedürfnis haben, sich von der HipHop-Oldschool zu distanzieren. Weil viele der aktuellen Entwicklungen im deutschsprachigem Rap nur zu verstehen sind im Rückblick auf die über 30-jährige Geschichte der Szene. Weil die politische Dimension der aktuellen Entwicklungen erst deutlich wird vor dem Hintergrund all der Geschichten, die wir in „20 Jahre“ und später in „25 Jahre HipHop in Deutschland“ beschrieben haben…“

Autoreninfos:
Hannes Loh lebt in Köln. Er ist Lehrer und systemischer Berater an einem Gymnasium in Pulheim. Als freier Autor beschäftigt er sich mit den historischen, sozialen und musikalischen Hintergründen der globalen HipHop-Kultur.

Sascha Verlan arbeitet als Radiojournalist, Autor und Regisseur in Bonn.
2014 erschein sein Buch „Die Rosa-Hellblau-Falle. Für eine Kindheit ohne Rollenklischees.“
Er bloggt im Internet unter www.kulturelle-störgeräusche.de

Eintritt: Kostenfrei
Einlass: 19 Uhr
Beginn der Lesung: 20 Uhr

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