GEW: „Millionen für frisches BAföG statt Milliarden für faule Kredite“

7. Juni 2010|

Bildungsgewerkschaft zur heutigen Bundestags-Anhörung

Frankfurt a.M./Berlin – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Bundestag und Bundesrat aufgefordert, eine umfassende Erneuerung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) auf den Weg zu bringen. „Bund und Länder geizen nicht, wenn es darum geht, über Nacht milliardenschwere Bankenrettungspakete zu schnüren. Ein Bruchteil dieser Summen würde ausreichen, die überfällige Erneuerung der Ausbildungsförderung auf den Weg zu bringen. Nach den vielen Milliarden für faule Kredite sollten endlich auch die Millionen für ein frisches BAföG drin sein“, sagte das für Hochschulen verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller am Montag aus Anlass der Anhörung im Bildungsausschuss des Bundestages.

„Um die Steigung der Lebenshaltungskosten der vergangenen Jahre auszugleichen und den Anteil der BAföG-geförderten Studierenden von derzeit 17 Prozent spürbar zu erhöhen, müssen die Fördersätze und Freibeträge jeweils um mindestens zehn Prozent erhöht werden. Die Bundesregierung hat eine Erhöhung lediglich um zwei bzw. drei Prozent vorgeschlagen – und selbst das war dem Bundesrat noch zu viel“, kritisierte Keller mit Blick auf das Votum der Länderkammer am vergangenen Freitag. „In Zukunft müssen nicht weniger, sondern mehr qualifizierte Fachkräfte an den Hochschulen ausgebildet werden. Das schaffen wir nur mit ausreichend Studienplätzen und einer leistungsfähigen Ausbildungsförderung, die auch jungen Menschen aus Familien mit geringen Einkommen ein Studium ermöglicht“, appellierte der GEW-Sprecher an Bundestag und Bundesrat.

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