Jahresempfang des Rektorats 2014

13. November 2014|

FLO_Jahresempfang14

Im Moment nimmt unser Vorsitzender Florian Rubens an der Diskussionsrunde „Differenzierung oder Kannibalisierung – die Zukunft des deutschen Hochschulsystems“ im Rahmen des heutigen Jahresempfang des Rektorats teil. Bereits im Voraus hat er seiner Rede aus dem Vorjahr Nachdruck verleihen können, indem er erneut ansprechen musste, dass „im Studium […] nicht länger die Interessen der Menschen im Vordergrund stehen, sondern ihre Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt. Desweiteren, dass Universitäten zu Ausbildungsunternehmen werden, in denen die Studierenden untereinander konkurrieren“. An dieser Aussage aus dem Vorjahr habe „sich nichts [getan], die Transformation hin zur unternehmerischen Hochschule ist so gut wie abgeschlossen. Das humboldtsche Bildungsideal rückt in immer weitere Ferne, Exzellenz und Profilbildung lauten die ‚modernen‘ Begrifflichkeiten, an denen sich Hochschulen messen lassen müssen.“ Die „Perversion eines Bildungssystems […], welches Unternehmensstrukturen adaptiert und sich Marktgesetzmäßigkeiten unterwirft“ erklärte er mit Begriffen wie „Kunden“, „Dienstleistung“, Wettbewerbsfähigkeit oder Konkurrenzfähigkeit, die scheinbar selbstverständlich Einzug in den universitären Kontext erhalten haben.

„Der Universitätskunde [müsse] natürlich ergebnisorientiert ’studieren‘, denn der Kunde soll im besten Fall schnell zu einem marktkonformen Produkt werden.“ Bereits in der verkürzten Schulzeit gelte „in erster Linie die Grundvoraussetzungen für den weiteren Karriereweg zu sichern. Die modularisierten Strukturen des Bachelor-Master-Systems knüpfen nun nahtlos an das schulische Gebilde an. Es geht nicht mehr um die Interessen der Studierenden, sondern allein um den Erwerb von Bildungswährung in Form von Creditpoints. Vorbei sind die Zeiten von Wahlmöglichkeiten, Entfaltungsspielräumen oder der eigenen Selbstverwirklichung. Um diesen Status Quo zu durchbrechen, bedarf es unter anderem einer ausreichenden Finanzierung der Hochschulen, um die Vielfältigkeit universitärer Bildung auszubauen. Hier sehe ich alle Universitätsangehörigen in der Pflicht gemeinsam Druck auf die Landes- sowie Bundespolitik auszuüben, um die dringend notwendigen staatlichen Mittel einzuholen.“

Studiengebühren, wie Herr Hippler – ebenfalls auf dem Jahresempfang als Festredner sowie in der Diskussionsrunde anwesend – sie fordert, dürften „jedoch auch bei der schwierigen Finanzlage der Hochschulen keine Rolle spielen“ und seien in jeder Form abzulehnen. Bildung solle nicht als Ware, sondern als „staatlicher Auftrag“ begriffen werden.

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