Voller Hörsaal bei Refugees-Infoveranstaltung

21. Juli 2015|

An der heutigen Informationsveranstaltung „Unterbringung von Flüchtlingen an der Universität Siegen“ im Blauen Hörsaal nahmen über 300 Menschen teil. Die Universitätsleitung, der AStA, die studentische Initiative „Refugees welcome“ und das Deutsche Rote Kreuz berichteten über die Geschehnisse und Pläne rund um die Dreifachsporthalle am Adolf-Reichwein-Campus. Die wichtigsten Infos haben wir kurz zusammengefasst:

  • In der Notunterkunft befinden sich derzeit etwa 140 Menschen, davon ca. 40 Kinder
  • Die Menschen stammen hauptsächlich aus Syrien, Nigeria, Äthiopien, Albanien und Aserbaidschan und werden voraussichtlich nur wenige Tage in Siegen bleiben, bevor sie auf „reguläre“ Erstaufnahmeeinrichtungen „umverteilt“ werden
  • Kleiderspenden nimmt (vorübergehend nur) das Deutsche Rote Kreuz (DRK) an, die Einrichtung einer Kleiderspendestation an der Universität wird derzeit geprüft
  • Spielzeugspenden sammelt die Arbeiterwohlfart (AWO)
  • Ausführliche Infos findet ihr auf den Übersichtsseiten der Uni und des AStA

In der Fragerunde wurde vor allem der Studierendenschaft bzw. dem AStA der Vorwurf gemacht, sich im Voraus nicht transparent zur Geflüchtetenunterkunft geäußert zu haben – der Forderung eines Kommilitonen nach einer Stellungnahme des Allgemeinen Studierendenausschusses sei nicht Folge geleistet worden, seine Fragen seien nicht beantwortet worden. Wir möchten uns kurz erklären:

Wir haben vor einigen Wochen von der „grundsätzlichen Bereitschaft“ der Universität erfahren, uns jedoch dazu entschlossen kein auf Vermutungen basierendes Statement zu veröffentlichen. Wie auch von der Hochschulleitung in Person von Andreas Düngen heute signalisiert wurde, bestand seitens der Universität lediglich das Angebot, „für den Fall der Fälle“ Menschen in der Sporthalle am Adolf-Reichwein-Campus aufzunehmen – in den darauffolgenden Wochen zeichneten sich keine Vorhaben ab, diese Halle für eine Notunterkunft für Geflüchtete zu nutzen. Wir hätten auch damals schon deutlich signalisieren können, dass für uns die Schicksale geflüchteter Menschen wichtiger sind als Sportangebote für Studierende, haben jedoch vorerst eine Entscheidung abgewartet, da auch noch die seitens des Kanzlers erbetene Begehung zur Eignungsprüfung ausstand und wir der derzeit aufkommenden Diskussion keine Fakten hätten entgegensetzen können.

Dass innerhalb weniger Stunden die Halle begangen, ausgewählt, hergerichtet und bezogen wurde, hat alle beteiligten Institutionen überrascht. Wir haben daraufhin schnellstmöglich alle Hebel in Bewegung gesetzt, uns vernetzt, beraten und schließlich eine Stellungnahme veröffentlicht, in der wir klar machen, dass wir die Geflüchteten willkommen heißen und in der wir alle dazu aufrufen ein klares Zeichen der Solidarität zu setzen.

Es tut uns Leid, dass die Anfrage des Kommilitonen nicht beantwortet wurde. Beim Verschieben von Mails in die Ordner der verschiedenen Referent*innen kann so etwas leider mal passieren, dass eine Nachricht „untergeht“. Eine kurze Erinnerungsmail hätte die Antwort wahrscheinlich beschleunigt. Wir konnten allerdings zu diesem Zeitpunkt allerdings auch noch keine genauen Aussagen tätigen, möchten aber nun auf seine Fragen eingehen („1. Ist es bereits konkret, dass Flüchtlinge dort untergebracht werden? 2. Wer hat dafür gesorgt, dass […] dort Flüchtlinge untergebracht werden? 3. Warum haben die Studenten bzw. das Stupa kein Mitbestimmungsrecht?“):

Konkret wurde es wie beschrieben erst am vergangenen Donnerstag. Woher die Information des Kommilitonen „Unterbringung von Flüchtlingen in der Sporthalle der Universität Siegen ab dem August 2015“ kommt, ist uns unklar. Bis vor fünf Tagen gab es keine Anzeichen auf die tatsächliche Nutzung der Uni-Sporthalle, lediglich eine Anfrage lag der Universität vor. Wie in unserer Stellungnahme zu lesen ist „hat die Bezirksregierung Arnsberg bei der Universitätsleitung angefragt, ob eine Unterbringung von Geflüchteten möglich sei. Daraufhin hat der Kanzler der Universität die grundsätzliche Bereitschaft zur Unterbringung signalisiert“. Schließlich wurde kurzfristig diese Lösung gewählt und umgesetzt. Die Aufnahme und Versorgung von Geflüchteten in Notunterkünften liegen nicht in der Entscheidungsgewalt von Studierenden-parlamenten, mit großer Wahrscheinlichkeit hätte sich aber wohl auch das StuPa für die Geflüchtetenunterkunft ausgesprochen.

Für weitere Fragen stehen wir euch gerne zur Verfügung!

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