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Macht & Gewalt – „Al Pacino is cruising for a killer“ CRUISING als Skandalfilm und Kult

1. Juli, 16:00 - 18:00

Die Vortragsreihe „Macht und Gewalt“ wendet sich fakultätsübergreifend an alle Studierenden, die sich für die Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen strukturellen Ungleichheiten und systemische Benachteiligung interessieren. Sie soll einen interdisziplinären Blick auf Mechanismen werfen, in welchen intersektional Ungleichheiten sichtbar werden – aus ökonomischer, medienwissenschaftlicher, historischer, pädagogischer, soziologischer und nicht zuletzt politischer Perspektive. Die verschiedenen Vorträge haben die Zielsetzung, die Reflexion gewohnter, heteronormativer Wahrnehmungs- und Handlungsmuster anzuregen und ihre Entstehung und Validität zu beleuchten.

Montag, 01.07.2019 „Al Pacino is cruising for a killer“ CRUISING als Skandalfilm und Kult 16 Uhr in Raum AR – B 2104/05

Vortragender: Marcus Stiglegger. Im Jahr 1979 wurde der Meatpackerdistrikt von New York durch lautstarke Demonstrationen schwuler Aktivisten irritiert: Mit Trillerpfeifenversuchte man die Dreharbeiten von William Friedkins Thriller CRUISING zu sabotieren, der mit Al Pacino in der Hauptrolle die Jagd auf einen Serienmörder in der BDSM-Subkultur thematisiert. Basierend auf einem Roman von Gerald Walker und einer realen Mordserie in New York erzählt der Film von der sexuellen Identitätskrise eines Undercover-Cops – und dokumentiert zugleich einen Teil der Schwulenkultur um 1980, zeigt deren Praktiken und deren Treffpunkte. Diese Szene wurde von Robert Mapplethorpe, Michel Foucault und anderen frequentiert – viele von ihnen starben später an einer HIV-Infektion, denn der Virus wurde erst spät erkannt.

Zunächst ein verfemter Film, der auch von Pacino stets verschwiegen wird, entwickelte sich CRUISING in vier Jahrzehnten zu einem Kultphänomen, zum einzigartigen Porträt einer anderen Zeit, in der die Homosexualität noch tabuisiert wurde. Filmisch ist CRUISING ein psychosexueller Film Noir, unterlegt mit amerikanischem Punkrock. Der Vortrag beschäftigt sich mit der problematischen Geschichte dieses singulären Hollywoodfilms, mit dem Wandel seiner Rezeption und seinem Einfluss auf spätere Filme (IRREVERSIBLE, INTERIOR: LEATHER BAR, DEATH PROOF) und Popkultur.

Der Film- und Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Marcus Stiglegger (Berlin) beschäftigt sich in zahlreichen Publikationen mit transgressiven Konzepten in Kunst und Kultur und bereitet aktuell eine erste englischsprachige Publikation über den Film CRUISING vor (Auteur Publishing, Sheffield 2020).

Die Veranstaltungsreihe „Macht und Gewalt“ an der Universität Siegen wird organisiert von: studentische Gleichstellungsbeauftragte Universität Siegen, Gleichstellungsbüro Siegen, AStA, queer at uni, IkÖS, Gestu_S

Details

Datum:
1. Juli
Zeit:
16:00 - 18:00

Veranstalter

AStA der Uni Siegen
queer-at-uni Siegen
ikÖS

Veranstaltungsort

AR-B 2104/05
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