Walter Krämer ehren! Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora ist der Krönchenstadt weit voraus

10. Mai 2011|

Auf jahreslanges Bestreben des VVN-BdA ist Walter Krämer, Siegener Kommunist und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, als erster Deutscher von der Lagergemeinschaft des Konzentrationslagers Buchenwald-Dora anlässlich des 66. Jahrestags der Selbstbefreiung mit einer Gedenktafel geehrt worden.

In selbstlosem Einsatz und unter ständiger Lebensgefahr rettete der gelernte Schlosser, der sich während seiner KZ-Haft im Selbststudium medizinische Kenntnisse angeeignet hatte, in zahlreichen geheimen Operationen vielen seiner Mithäftlingen das Leben, ehe er 1941 von SS-Wachen ermordet wurde. Nicht nur Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats der Sinti und Roma, würdigte Walter Krämer in seiner Laudatio als großen Humanisten. Schon 2000 nahm ihn die Gedenkstätte des Staates Israel „Yad Vashem“ als ersten Siegerländer als einen „Gerechten unter den Völkern“ auf.

Eine vergleichbare Anerkennung blieb Walter Krämer in seiner Heimatstadt Siegen bislang allerdings versagt. Der AStA der Universität Siegen tritt dafür ein, Walter Krämer endlich die ihm gebührende Ehre zuteil werden zu lassen und sich nicht in parteipolitische Streitigkeiten über seine Person zu verlieren. Es muss schon verwundern, wenn die Stadt Siegen eine Traditionslinie zwischen sich und Peter Paul Rubens – der nur seine ersten Lebensmonate hier verbracht hat – herzustellen versucht, und gleichzeitig einem langjährigen Siegener Bürger eine vergleichbare Würdigung versagt. Walter Krämer ist ein großes Vorbild für Mut, Integrität und Menschlichkeit. Gerade als Universitätsstadt würde Siegen gut daran tun, das Andenken an ihn wach zuhalten und damit ein Zeichen für Humanität und Toleranz zu setzen.

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