Reaktion auf Leserbrief

6. September 2013|

Herr Bäumer wirft uns in seinem Leserbrief vom 04.09. (Siegener Zeitung) vor, der Siegener Bevölkerung „etwas vom Pferd erzählen“ zu wollen und die Fakten zu ignorieren. Während die Bevölkerung, wie Herr Bäumer richtig beschreibt, „gut informiert“ ist, scheint er selbst es nicht zu sein, doch wir schaffen gerne Abhilfe:

1. Es ist nicht das Studentenwerk, welches in der Angelegenheit „Studentisches Wohnen“ versagt  hat, sondern die Politik. Zunächst das Land in Sache Finanzierung des Wohn-heims „Kreisklinikum“ und dann eine liberal-bürgerliche Mehrheit im Siegener Stadtrat bei den Immobilien „alte Jugendherberge“ und „Parkhotel“. Die Realisierung dieser Projekte hätte uns über 250 weitere Wohnheimplätze gebracht, ein Zuwachs von rund 30%.

2. Sie sprechen von 85 Wohnungen, die von Privatinvestoren geschaffen wurden und stellen dem Studentenwerk ähnliche Erfolge in Abrede. Neben den gescheiterten Projekten hat das Studentenwerk in diesem Jahr jedoch zusätzlich 92 Plätze im Hubertusweg und der Andreas-Schlüter-Str. geschaffen, ein Zuwachs von 11% aus eigener Kraft, sprich eigenfinanziert, d.h. ohne öffentliche Mittel.

3. Die Studierenden sind auf den privaten Wohnraum angewiesen, richtig. Wir sind dennoch vorsichtig, was die „Chancen des privaten Marktes“ angeht. Das geringe Angebot und die steigende Nachfrage sorgt für einen entsprechenden Mietpreis. Daher bedarf es dringend Wohnraum, welcher durch einen öffentlichen Träger zur Verfügung gestellt wird. Der Bürgermeister sagt hierzu im Bezug auf das Kreisklinikum: „Es geht auch privat.“ Hier entstehen nun 47 Appartements mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 285€ gegenüber ursprünglich geplanten 150 Wohnheimplätzen des Studentenwerks, mit einer Warmmiete von 250€ im Schnitt. Für uns kein Grund zu feiern und auch nicht für die Siegener Bürger*innen, denn steigende Mieten betreffen uns alle!

4. Gerne teilen wir etwas von unserem Hintergrundwissen zur Ablehnung anderer Objekte. Sie haben vollkommen Recht, dass das ehemalige Kreiswehrersatzamt ein Gebäude auf dem neusten Stand der Technik ist. Es ist jedoch ein Bürogebäude, welches nur sehr kostenintensiv zu einem Wohnheim hätte umgebaut werden können. Durch die Kosten wäre eine Durchschnittsmiete von 250€, welche wir als AStA fordern und das Studentenwerk durchweg anbietet, nicht darstellbar gewesen. Zu weiteren Angeboten zählten Schulen, das ehemalige Kinderheim „Anna-Helene-Stift“ in Bürbach oder auch ein marodes Objekt am Jähen Hain. Alle angebotenen Objekte wurden geprüft und gut begründet abgelehnt. Bei sämtlichen Entscheidungen herrschte Transparenz gegenüber dem AStA, weshalb wir diese nachvollziehen konnten und für richtig befanden. Ja, eine „attraktive Lage“ bedeutet die Nähe zur Universität, jedoch nicht aus Bequemlichkeit sondern aus Zeitgründen die heutzutage im Studium eine wesentliche Rolle spielen.

Wir haben weder jemanden beschimpft, noch sind wir „Neinsager“ – dieser Begriff passt wohl eher zu einigen Fraktionen des Stadtrats. Um auch mit den Worten Lenins zu schließen: „Nicht aufs Wort glauben, aufs strengste prüfen.“

Die Damen und Herren des AStA

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