Streikt weiter! Solidarität mit der GDL

6. Mai 2015|

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer legt für den Rest der Woche das Bahnnetz lahm. Das Spitzengespräch der letzten Woche sei „ergebnislos verlaufen. Die DB-Verhandlungsführer lehnen es nach wie vor ab, mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Tarifverträge zu schaffen, die für all ihre Mitglieder des Zugpersonals in den Eisenbahnverkehrsunternehmen der DB gelten. Seit Dienstag- bis Sonntagmorgen werden also wieder die Bahnen bestreikt – 127 Stunden am Stück, der längste Streik seit Bestehen der Bahn AG. Die mediale Empörung ist groß. Doch richtet sich diese oftmals gegen die Falschen, nämlich gegen die Bediensteten der Deutschen Bahn, gegen die Bahnführer*innen und Zugbegleitenden. Wie in zurzeit ebenfalls bestreikten Krankenhäusern und Kitas ist auch für sie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zentral. Die Bahn bleibt jedoch weiter auf ihrem Kurs und bietet beispielsweise weder Angebote zur Absenkung der Arbeitszeit, noch zur Überstundenbegrenzung oder Belastungssenkung.

heuteshowQuelle: heute show

Kommentare wie der des CDU-Politikers und Vize-Vorsitzenden der Unionsfraktion Michael Fuchs, die GDL werde zu einem Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland, sind untragbar und voreingenommen. Während die Bahn die Forderungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen abweist, vervielfacht der Vorstand nebenbei Erfolgsprämien und Boni.Die Bezahlung ist jedoch nicht Kern des Konflikts: Die GDL will nicht nur für Lokführer, sondern auch für Zugbegleiter und Rangierführer eigene Verträge abschließen.

Der Bahnvorstand trickst und täuscht. Er gibt vor, mit der GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gleichberechtigt zu verhandeln, setzt aber offenkundig nur auf eine Einigung mit der als handzahmer geltenden EVG So entlädt sich die Wut derer, die aufgrund der Arbeitsniederlegungen Termine verpassen oder nicht zur (Hoch-)Schule oder Arbeit gelangen, an der GDL. Zu Unrecht! Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CDU) hat dazu den „passenden“ Kommentar: „Die Grenze der Akzeptanz dieser Tarifauseinandersetzung in der Bevölkerung ist zunehmend erreicht.“ Allerdings sollte Herr Dobrindt den Grund für die Eskalation nicht bei der GDL, sondern bei den Verhandlungsführenden der DB suchen. Die Bahn-Bosse müssen von ihrer Verzögerungstaktik abweichen und endlich die Anliegen ihrer Beschäftigten ernst nehmen. So lang das nicht geschieht, sind die Streiks mehr als legitim. Vor allem in Siegen sind viele Studierende und Schüler*innen auf die Zugverbindungen angewiesen, ihre Mobilität ist nachhaltig eingeschränkt. Der Streik trifft viele von uns und tut Einzelnen mitunter auch weh. Streik ist aber die einzige Chance der Beschäftigten, um dem Großkonzern Deutsche Bahn „weh zu tun“. Die wirtschaftlichen Einbußen, die der Streik mit sich bringt, sind die einzige Waffe der Bahnarbeiter*innen, um gerechte Arbeitsverhältnisse durchzusetzen. Vielerorts fehlt jedoch das Verständnis für diejenigen, die wegen ihrer prekären Lohnsituation die Arbeit niederlegen. Stattdessen wird gegen die Streikenden gehetzt – deshalb zeigen und fordern wir: Solidarität mit der GDL!

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1 Kommentar

  1. Hallo Liebes AstA-Team!

    Durchaus ist es gut streikenden Berufsgruppen solidarität zu zusprechen. Allerdings sollte man dies auch mit den richtigen Informationen tun (!) und als Argumentationsgrundlage keine Satiremeldung nehmen.
    Durhcaus ist es so, dass die GDL mit Ihrem Streik neue Tarifverträge aushandeln möchte! Allerdings möchte die GDL dies nicht für alle, sondern nur für Ihre Mitglieder und der Rangierführer. Logischerweise möchte die GDL dies vor dem Tarifeinheitsgesetz machen, damit Ihr kleiner Personenkreis besser da steht, wenn es hier um die Verhandlungen geht.
    Der Entschluss, vor dem Tarifeinheitsgesetzes zu streiken, basiert hier nicht auf einer verständlichen Grundlage (es wollen ja eh immer alle mehr Geld), sondern auf der Angst, dass die GDL nach dem Tarifeinheitsgesetzes nichts mehr zu sagen hat, da Sie innerhalb der DB-Gruppe eine der kleinsten Gewerkschaften ist.

    Weiter ist es doch so, dass eine Lohnerhöhung von 100 EUR im gesamten absolut überzogen ist! Natürlich stellt diese Summe für den einzelnen schon etwas mehr da, allerdings ist es bei der Summe an arbeitern eine ganze Stange Geld! Diese muss umgelegt werden. Und auf wen? Auf den Fahrgast! Folglich hat man als Fahrgast zu dem Streik auch noch eine anstehende Fahrpreiserhöhung. Das bedeuted man fährt weniger Bahn. Das bedeuted, dass man mehr Auto fährt und das belastet die Umwelt. Eine Umweltbelastung bedeutet auf kurz oder lang -> Steuererhöhung (empirischer Schluss).

    Somit ist es natürlich vollkommen ok, dass eine Gewerkschaft sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt, allerdings ist der Antrieb hierfür nur das eigene Profilieren, ohne etwaige Folgen abzuwägen oder ein Maß zu kennen…

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