Die NSU-Morde im Kontext von institutionellem Rassismus – Mit Dr. Mehmet Daimagüler

4. Januar 2016|

Die Aufarbeitung der NSU-Morde im Kontext von institutionellem Rassismus.


Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) wurde von einem breiten Unterstützer*innenkreis getragen, zu dem auch diverse V-Männer (&Frauen?) gehörten. Auf der anderen Seite wurden die Opfer und ihre Angehörigen selber zu Täter*innen stilisiert. Es habe sich um mafiöse Konflikte gehandelt – die Rede war von „Dönermorden“. Diese Verstrickung von Verfassungsschutz, rechten Terrorist*innen und institutionellem Rassismus wird auf zwei Seiten behandelt. Einerseits wird Herr Daimagüler als Anwalt von Nebenkläger*innen fundiert über den Münchener Gerichtsprozess berichten. Andererseits geht es den Opfern nicht nur um Gerechtigkeit, sondern auch um Aufklärung und eine angemessene gesellschaftliche Wahrnehmung. Wie steht es um die Untersuchungsausschüsse, welche Akten wurden „aus Versehen“ geschreddert und welche Interessen sind im Spiel?
Dr. Mehmet Daimagüler, aufgewachsen im Siegerland, war etliche Jahre Spitzenpolitiker bei der FDP bis er dort ausgetreten ist, nicht zuletzt weil er sich in der Rolle als „Vorzeigeausländer“ sah. Er schrieb über „Das Märchen von der gescheiterten Integration“ in seinem Buch „Kein schönes Land in dieser Zeit“. Nachdem er aufgrund seiner Herkunft auf die Hauptschule geschickt wurde, studierte er an renommierten Universitäten Jura, VWL und Philosophie und war unter anderem am Lüneburger Auschwitzprozess beteiligt. Jetzt ist er Anwalt der Nebenklage im Münchener NSU-Prozess.

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